Yi 2k
Die Yi 2k Actionkamera: Ein Schnäppchen
Fotografie

Yi 2k im Praxistest

In unserem ersten Artikel haben wir die Yi 2k Actioncam aus technischer Sicht vorgestellt. Heute widmen wir uns der Praxis. Was die rund drei Jahre alte Actioncam noch kann, erfahrt ihr in unserem Praxistest.

Über die technischen Daten haben wir bereits in unserem Technik-Artikel gesprochen. Jetzt geht es ans Eingemachte.

Die Praxis: Rein ins kalte Wasser

Demo-Shot
Yi 2k Demo, Unscharf

Kurzfristig mussten wir auf einen Vor-Ort-Termin um Videoaufnahmen eines Fußballspiels aufzuzeichnen. Also haben wir schnell und zugegebenermaßen unvorbereitet die Yi 2k sowie die Yi Lite eingepackt und sind losgefahren. Daher wurden die Aufnahmen auch im Hochformat aufgenommen, da wir nur noch Kabelbinder parat hatten, um die Kamera zu befestigen. Was sich sagen lässt: Das fehlende Display stört mich persönlich schon, ist aber aufgrund der schnellen Verbindung zum Smartphone noch erträglich.

Ich habe im Praxiseinsatz die Yi Lite bevorzugt, da ich einfach schneller und besser die Bilder ausrichten, Akkustand überprüfen etc. konnte.

Die Yi App lässt sich intuitiv bedienen, sodass ich vor Ort nach der Montage die wichtigsten Einstellungen direkt vornehmen konnte. Over the Air habe ich sogar vor Ort noch die aktuellste Firmware eingespielt.

Danach war die Frage: 2k mit 30 FPS oder Full-HD mit 60 FPS. Aufgrund der Sportsituation dachte ich, die 60FPS sind besser: Also fiel die Wahl auf Full-HD. Schnell noch ein Foto geschossen und dann das Video gestartet.

Auf dem Smartphone ist die Qualität nicht gut einzuschätzen. Als wir dann zurück im Office waren kam leider die Ernüchterung: Die Bilder unscharf (siehe Screenshot links und Videofootage) ohne Ende. Ehrlich gesagt, nicht brauchbar. Die Aufnahmen der Yi Lite hingegen knackig und alles ok.

Nach längerem Suchen kamen wir dahinter: Der Fokuspunkt ist daneben. Offenbar eine bekannte Krankheit der Yi 2k. Also haben wir das kleine Ding aufgeschraubt und am Fokus herumgespielt. Und siehe da, jetzt passen auch die Bilder, zumindest weitestgehend.

Wie macht sich der Ton?

Positiv überrascht hingegen waren wir von der Tonaufnahme. Auch hier soll es teilweise Probleme bei den Kameras geben. Bei unserem Modell ist alles in Ordnung. Der Ton wird sauber aufgenommen, übersteuert nicht und vor allem kommen sogar die Tiefen mit in das Audio-File. Hier unterscheidet sie sich auch nur wenig von der teureren Yi Lite.

Hier kann man nicht meckern.

Ausstattung

Die Kamera ist mit einem Micro-SD-Kartenslot sowie einem Mini-HDMI Ausgang ausgestattet. Weiterhin findet sich der klassische USB 2.0 Anschluss zum Aufladen und Datenübertragen an Board. Auf einen Mikrofoneingang muss man verzichten.

Bildqualität

Nach unserer Fokusanpassung ist die Bildqualität in Ordnung. Für den Preis von weniger als 50€ erhalten Sie hier wirklich ausgereifte Bildqualität. Für Anfänger oder Kinder reicht diese Qualität definitiv aus, auch mal ein Bild zu fotografieren. Durch das relativ lichtstarke F2.8er Objektiv lassen sich bei Tageslicht ordentliche Bilder schiessen.

Durch den Ambarella A7LS Chip in Verbindung mit dem Sony IMX206 Bildsensor bleibt auch bei Dunkelheit das Rauschen einigermaßen im Griff. Bedenkt man, dass es sich um einen 1 / 2,3“ Bildsensor handelt, der auch in dieser Größe teilweise in Bridge- oder Kompaktkameras verbaut wurde, versteht man auch den Grund für das ordentliche Bild.

Die Bilder werden mit 16MP auf die Speicherkarte geschrieben, ausreichend um – gutem Licht vorausgesetzt, schöne Landschaftsaufnahmen anzufertigen.

Technische Aspekte

Schade ist, dass es über die App nicht möglich ist, feste ISO-Werte zu vergeben. Auch ansonsten bleibt bei der Yi 2k wenig „manuelle“ Einstellungsmöglichkeit. So ist es auch nicht möglich, den Weitwinkel manuell einzustellen. Dieser liegt immer bei 155 Grad, durch die integrierte Verkrümmungskorrektur wird der Weitwinkeleffekt etwas reduziert. Schön wäre hier z.B. noch ein 110 Grad „Fallback“, um den Actionkameralook zu minimieren.

Im Übrigen: Die bereits genannte F2.8er Blende liegt hinter einem Glas-Objektiv, nicht hinter einem billigen Kunststoffobjektiv.

Elektronische Bildstabilisierung ist nicht vorhanden. Dafür sind Zeitraffer und Slowmotion mit bis zu 240 FPS an Board.

Die Akkulaufzeit liegt bei rund 60-70 Minuten. Das ist wirklich gut. Wir konnten z.B. eine komplette Fußballhalbzeit aufzeichnen und hatten noch 45% Restakkukapazität. Mit ausgeschaltetem WiFi wären wir sicher über die 90-Minuten-Distanz gekommen. Außerdem gibt es preiswert Ersatzakkus für die Yi 2k – ein Unterschied zu den Yi Lite / 4k / 4k+ Modellen.

Fazit

Die Yi 2k überraschte uns im Test doch. Auch wenn die Aufnahmen bei uns „out of he Box“ sehr schlecht waren, konnten wir nach der Fokusanpassung überzeugende Bilder und Videos herstellen. Die Tonqualität ist gut, das fehlende Display ist gewöhungsbedürftig und für mich in der Praxis ein echter Nachteil. Dafür verlängert sich die Akkulaufzeit und der Preis mit reduziert sich auf weniger als 50 Euro.

Wer nicht bereit ist, mehr für eine Actioncam auszugeben, fährt mit der Yi gut – sofern er bereit ist, wenn nötig den Fokus neu auszujustieren, was ca. 15 Minuten Arbeit ist und etwas Fingerspitzengefühl erfordert.

Echte Nachteile bietet die Yi 2k eigentlich nicht: Sie ist leicht, klein, kann mit entsprechendem Zubehör von GoPro kombiniert werden und liefert nach Fokusanpassung ordentliche Bilder zu fairem Preis.

Aber eine Sache muss man klarstellen: Für „das Doppelte“ an Anschaffungspreis erhält man mit der Yi Lite einen würdigen Nachfolger.

Bei ihr ist die Bildqualität besser, man kann 4K mit 20 FPS aufnehmen (ausreichend für Landschaftsaufnahmen oder „ruhige“ Szenen, bekommt bis 2k einen elektronischen (SEHR GUT! funktionierenden) Bildstabilisator (EIS) und einen rund 2 Zoll großen Touchscreen.

Abschließend gibt es zu sagen, dass Yi sich sehr gut am Markt positioniert hat und mit seinen insgesamt vier Modellen eine Preisspanne von 50 bis 300€ abdeckt – und in jeder Preisklasse sehr viel Actioncam zu fairem Preis liefert – meist auf Augenhöhe zum Marktführer GoPro.

Von uns daher: Für alle Low-Budget-Kunden: Zugreifen!

P.S: Hier noch ein netter Shot, den wir durch Zufall mit der Yi 2k aufgenommen haben, als ein Gewitter heranzog:

Blitz
Blitz

8.2

Technik & Praxis

8.0/10

Verarbeitung / Haptik

8.1/10

Leistung

8.0/10

Zubehör

8.5/10

Preis/Leistung

8.5/10

Pro

  • Ordentliche Bildqualität
  • 60 FPS @ Full-HD
  • 2k @ 30 FPS
  • Gute Akkulaufzeit
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Contra

  • Kein Display
  • Fokus oft verstellt, manuelle Nacharbeit notwendig
  • Kein Mikrofoneingang

  • Demo-Shot: Tobias Altherr
  • Bäm!: Tobias Altherr
  • Yi 2k: Tobias Altherr
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Zuletzt aktualisiert am 15. November 2019 um 2:10 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.