Photovoltaik

Plug-in Photovoltaik: Vor- und Nachteile

Plug-in Photovoltaik-Anlagen sind von immer größerer Bedeutung. Das Interesse daran ist vorhanden. Auch in unserem Magazin werden unsere Artikel dazu ordentlich frequentiert. Grund für uns, das Thema in Form einiger Gedankengänge „neu zu denken“.

Für viele sind Photovoltaik-Anlagen für die heimische Steckdose ein Mittel, Geld zu sparen und einen Zwischenschritt zu nutzen, der den Einsatz einer vollwertigen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach überflüssig machen soll.

Ein genereller Überblick

Solarpanel im Garten
Solarpanel im Garten

Doch hier wird oft zu kurz gedacht. Denn, rechnet man wirklich alle Kosten in die Anlage hinein, die neben der eigentlichen Panelanschaffung auftreten, amortisieren sich diese Anlagen erst in vielen Jahren – im Schnitt zwischen 10 und 15 Jahren müssen Sie warten, bis alle Anschaffungskosten wieder eingespielt sind. Ab diesem Zeitpunkt verdienen Sie erst den ersten Euro.

Etwas besser sieht es aus, sobald Sie mit mehreren Panels arbeiten. Schaffen Sie sich also z.B. ein Paket mit 3-4 PV-Panels für die Steckdose an, sind die Kosten schneller eingespielt. Der Grund hierfür ist einfach: Die Kosten, die außer der Materialbeschaffung anfallen, sind nahezu identisch – ob Sie nun eines oder 4 Panels montieren.

Die Produktionsleistung ist jedoch um das vierfache erhöht.

Die Kosten „drumherum“

Diese Kosten zu beziffern, ist schwer. Beginnen wir bei der eigentlichen Montage: Sofern Sie in der Lage sind, die Anlage fachgerecht selbst zu installieren, sparen Sie hier hohe Kosten. Dies bedeutet aber auch, dass Sie Leitungsverlegung, Anschluss und Montage (auf dem Dach, Achtung! Absturzgefahr!) selbstständig durchführen müssen.

Verkannt wird hier sehr häufig der Faktor „Leitungsdimensionierung“. Denn es ist nicht einfach damit getan, in eine vorhandene Steckdose einfach Stecker einzustecken. Dies wird so oft genau so gemacht, ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche Last eigentlich bereits auf dem Stromkreis vorhanden ist.

Die Gefahr von Kabelbränden bis hin zum Brand des kompletten Verteilerkasten oder einer Abzweigdose besteht!

Was bei der Montage von einem Panel nun nicht extrem ins Gewicht fällt, sieht bei mehreren Panels schon anders aus: Die Leitungen laufen an der oberen Belastungsgrenze.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich in diesem Fall zwingend, eine eigene Leitung ab Verteilerschrank mit eigener Absicherung zu verlegen. Mindestquerschnitt unserer Meinung nach: 2,5mm²“. Sollen mehrere Panels montiert werden, empfiehlt es sich evtl. sogar auf 4mm² starke Leitungen mit entsprechender Absicherung zurückzugreifen. Spätestens hier sollte zwingend ein Fachmann kontaktiert werden.

Dies ist auch einer der Hauptgründe, unserer Meinung, weshalb die „Steckdosen-PV-Anlagen“ noch nicht so gefördert werden, wie sich das Kunden und Hersteller wünschen: Alte Elektroinstallationen sind eine Gefahr im Betrieb von Steckdosen-PV-Anlagen.

Worum es geht

Die zusätzlichen, über die Leitung geführten Ampere der Plug-in-PV-Anlage können den Stromkreis überlasten. Der Leitungsschutzschalter, also die typische „Sicherung“ erkennt eben genau diese zusätzlich produzierte Leistung nicht und kann im Fehlerfalle überhitzen und im schlimmsten Falle zu Bränden führen. Hier spielen auch die Leitungsübergänge, also die Abzweigdosen eine große Rolle, die oft nicht dem technischen Standard genügen. Bei korrekter Installation ist dies alles nicht mehr wirklich ein Problem. Aber … Sie wissen… „Ich kenne jemanden, der hat das gemacht…“

Hier auch noch einen Hinweis: Schauen Sie einmal in Ihren Sicherungskasten und schauen Sie nach dem Namen der typischen Sicherungen: Vermutlich finden Sie dort B16 als Beschriftung. Dies wird schon seit über 30 Jahren in dieser Art und in Kombination mit einem Leitungsquerschnitt von 3x 1,5mm² installiert. Mittlerweile wurde dies aber geändert und gute, kompetente Elektroinstallateure raten zu einer B13 Absicherung, also mit 13 A. Hierfür gibt es viele Gründe: Grundsätzlich sind z.B. Schuko-Steckdosen, also die, in der auch ihr PC steckt, für 16A Leistung „maximal“ ausgelegt. Eine Sicherung vom Typ B16 löst jedoch erst bei knapp unter 20 A aus. Somit kann ihre Leitung überlasten und eine gefährliche Situation entstehen.

Carport 2KW Anlage

Haben Sie nun also den Fall, dass der Stromkreis, an dem die PV-Anlage eingespeist wird, an der oberen Grenze der Belastbarkeit betrieben wird, weil z.B. viele Geräte angeschlossen und in Betrieb sind, gleichzeitig die Anlage entsprechend einspeist, kann es in der Abzweigdose schon etwas wärmer werden.

Aber zurück zum Thema: Oft entstehen weitere Kosten durch die Reinigung, die gerne einfach „ausgeklammert werden“. Haben wir gerade in unserem Reinigungs- & Wartungsartikel das Thema ausführlich behandelt, möchte ich Ihnen hier nur eine kurze Info zukommen lassen: Eine grundsätzliche Wartung ist meiner Meinung nach nicht notwendig. Eine Reinigung der Panels sollte jedoch regelmäßig – je nach Einsatzgebiet – alle zwei oder drei Jahre durchgeführt werden, da sich die Leistung der Panels durch Verschmutzung reduziert.

Der VDE rät außerdem dazu, für die Plug-in-Photovoltaik-Anlage immer eigene Stromkreise zu nutzen, also eine Leitung vom Schaltschrank/Verteilung durchgängig zur PV-Anlage. Auch hier entstehen also für einen sicheren Betrieb kosten, die die Rentabilität der Anlage weiter reduzieren.

Und die Vorteile?

Grundsätzlich habe ich nun viel über negative Punkte gesprochen. Doch eine Plug-in-PV Anlage hat durchaus Berechtigung. Die Bundesregierung hat mit der Abkehr von der Atomenergie ambitionierte Pläne geschaffen, eine bessere Umwelt zu schaffen.

Dies funktioniert jedoch nicht so einfach mit einem Fingerschnipp. Photovoltaik-Anlagen sind eine Alternative, wenn es um die „grünere“ Produktion von Energie geht. Auch das Vorurteil, dass PV-Panels in der Produktion deutlich mehr CO2 produzieren, gilt heute nicht mehr so stark wie früher. Nebenbei bemerkt, werden zukünftig PV-Panels recycelt.

Mit einer PV-Anlage, egal ob eine große oder eben die hier genannten Plug-In-Anlagen helfen dabei, den CO²-Ausstoß zu minimieren.

Nebenbei sparen Sie, je nach Anlagengröße durchaus auch Geld, wenn auch erst nach einigen Jahren.

Kombiniert man eine Mini-PV-Anlage mit 3 oder 4 Modulen noch mit einem Speicher (als Komplettset verfügbar!), wird das Ganze zu einer lukrativen Sache.

Als Einsatzweck wäre hier z.B. eine freistehende Garage mit Flachdach zu nennen, eine Scheune, ein Gartenhaus oder das eigene Dach.

Richtig sparen oder richtig machen!

Solarpanels auf Carport
Solarpanels auf Carport

Ja, genau so muss man es beschreiben. Wenn Sie richtig viel Geld sparen möchten, müssen Sie – mit allen Risiken – die Plug-In-Anlage an die Wand nageln. Dann amortisiert sich bei günstigem Standort eine Anlage bereits in unter 10 Jahren.

Machen Sie es jedoch richtig unter Einhaltung aller Punkte wie z.B. Blitzschutz, eigene Leitung, fachgerechte Installation durch Betriebe, verlängert sich die Amortisation um einige Jahre.

Die beste Kombination unserer Meinung nach ist eine Installation nach allen fachlichen Kriterien und Überlegungen, jedoch nicht nur mit einem Panel, sondern 3 oder 4 in Verbindung mit einem ordentlich dimensionierten Speicher. Dadurch produzieren Sie die Energie z.B. im Laufe des Tages, während ihrer eigentlich Arbeitszeit und schöpfen bei Ihrer Rückkunft aus dem vollen Speicher.

Wie denken Sie über Plugin-PV-Anlagen? Ihre Gedanken, bitte in die Kommentare.

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