Photovoltaik

Photovoltaik in der Praxis: Wartungsaufwand

Möchte man der „Solarindustrie“ glauben schenken, so ist der Wartungsaufwand bei einer Photovoltaikanlage sehr gering. Ob dies in der Praxis ebenfalls korrekt ist, erfahren Sie in unserem Artikel.

Wie ist es nun also um den Wartungsaufwand einer PV-Anlage bestellt? Vornweg kann ich Ihnen schon einmal sagen, dass sich die Arbeit mit der Solaranlage in der Praxis tatsächlich in Grenzen hält. Doch so einfach, wie es sich manche Blogs oder Verkäufer potenzieller PV-Anlagen, egal welcher Größe, ist es dann doch nicht.

In unserem Artikel über Plug-In Photovoltaik-Anlagen Plug-In Photovoltaik-Anlagen habe ich Ihnen bereits das Thema „Mini-PV-Anlagen“ vorgestellt. Auf genau diese möchte ich mich im heutigen Artikel wieder beziehen, denn diese unterscheiden sich erst einmal nicht, von einer großen PV-Anlage, die ein ganzes Dach bedeckt. Wie man so schön sagt: Was im Kleinen vonnöten ist, ist bei großen Anlagen ebenfalls der Fall.

Technische Überprüfung

Beginnen möchte ich einmal mit der technischen Seite einer Photovoltaik-Anlage. Denn dadurch, dass die Solarzellen meist auf „freien Flächen“ montiert werden, sei es nun einem Flachdach, einer Garage oder auf einem Satteldach, bieten die Panels eine große Angriffsfläche für Witterung jeglicher Art. Dabei spielt nun keine Rolle, ob es sich um starke Winde, Hagel oder Temperaturschwankungen handelt.

Solarpanelmontage
Solarpanelmontage

Die Solarpanels leiden erst einmal. Aus diesem Grund müssen Solarpanels regelmäßig geprüft werden. Dies muss nicht zwanghaft ein Fachunternehmen durchführen, denn es gibt keine Vorschrift oder Norm die besagt, was tatsächlich geprüft werden muss.

Gerade bei den kleinen Plug-In-Solaranlagen, die meist aus nur wenigen Panels bestehen, genügt es, regelmäßig die Zählerstände zu notieren und im besten Falle ein Einspeisemessgerät/ Einspeisezähler zu verwenden, der Ihnen immer die tatsächlichen Einspeisewerte übermittelt. Mit diesen Geräten erkennen Sie relativ schnell, ob Ihr Panel noch im Vollbesitz seiner Leistung ist.

Eine weitere Sache ist die Sichtprüfung gegen Schäden. Dies sollte durchaus einmal im Jahr, wenn die Anlage leicht zugänglich ist vielleicht auch zweimal im Jahr durchgeführt werden. Dabei sollten Befestigung geprüft werden, aber auch das Panel auf sichtbare Schäden untersuchen, z.B. durch Hagel.

Insbesondere die Montage am Gebälk sollte geprüft werden, da sich hier massive Schäden an Panel und Dach ergeben können, wenn z.B. bei einem Sturm die Halterungen ausreißen. Die Sichtprüfung kann ebenfalls beim Wechselrichter durchgeführt werden.

Damit einhergehend sollten Sie auch unbedingt die Leitungen, Verbinder und Klemmen prüfen und bei Bedarf ersetzen, damit Sie auch lange Spaß an ihrem Panel haben.

Putzteufel oder Putzmuffel?

Verschneite Solarpanels
Verschneite Solarpanels

Diese Frage stellen sich viele PV-Anlagenbesitzer: Soll ich meine Anlage reinigen lassen oder kann man sich die Kosten für die Reinigung sparen?
Pauschal kann man dies nicht beantworten. Faktisch ist es so, dass ab 12 % Neigungswinkel des Solarpanels die Selbstreinigung beginnt.

Hierbei helfen insbesondere herabrutschender Schnee oder starker Regen. Doch bei angebackenem Vogelkot hilft dies nicht mehr. Bei nicht gereinigten Solarpanels wird öfters von Verlusten zwischen 2 und 7 Prozent berichtet.

Hier hilft es also wieder, die Leistung des Panels zu überwachen, um hier selbst den korrekten Zeitpunkt für eine Reinigung zu erkennen.

Sollten Sie sich für eine Reinigung entscheiden, empfehle ich Ihnen, dies von einem Fachmann durchführen zu lassen, da die Gefahr zur Zerstörung des Panels relativ hoch ist. Mit einem falschen Reinigungsmittel können Sie das Panel irreparabel beschädigen, investieren Sie also hier lieber ein paar Euro für die Reinigung, oder informieren Sie sich vorab beim Panelhersteller, welche Reinigungsmittel für das Solarpanel zugelassen sind.

Im Übrigen: Langjährige PV-Anlagenbesitzer sagen klar, dass eine jährliche Reinigung nicht vonnöten ist, außer die Anlage ist im landwirtschaftlichen Bereich angesiedelt oder dort, wo Betriebe extreme Staubentwicklung produzieren.

Sie sehen, eine PV-Anlage oder auch eine Plug-In-PV-Anlage macht in der Praxis wenig Arbeit. Ein paar wenige Grundregeln, die sie zumeist selbst erledigen können, reicht erst einmal aus. Alle paar Jahre können Sie jedoch bedenkenlos einen Spezialisten beauftragen, einen Komplettcheck vorzunehmen. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.