Photovoltaik

Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

Photovoltaik ist ein spannendes Thema. Erneuerbare Energien sollen – und werden – auf Dauer fossile Brennstoffe ablösen. Die Frage ist also nicht ob, sondern wann. Wir gehen heute der Frage auf den Grund, ob sich die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage aus wirtschaftlicher, aber auch aus Gemeinnutzen-Sicht noch rechnet.

Beginnen möchte ich insbesondere mit der Frage: Was bedeutet eigentlich „rechnet sich… noch?“. Denn ich denke, dass viele Interessenten eine falsche Vorstellung von der Sache „Photovoltaik“ mitbringen.

Denn mit den damals gezahlten 30 Cent pro Kilowattstunde produziertem und eingespeistem Solarstrom war das Thema eine rein wirtschaftliche Sache: Es sollte Geld verdient werden.

Doch wir müssen weiterdenken. Denn leider geht es schon lange nicht mehr um das blanke „Geld verdienen“. Es geht um mehr: Es geht um unseren Planeten. Wer dies 2017 immer noch nicht verstanden hat, der sollte sich über seine Einstellung grundsätzlich Gedanken machen.

Also zurück zum Anfang: Bei der Einspeisevergütung jenseits der 30 Cent war klar, dass es profitables Thema ist.

Aktuell liegt die Einspeisevergütung bei weniger als 13 Cent je Kilowattstunde. Nach Berechnung des Fraunhofer ISE kostet die Produktion einer Kilowattstunde bei den durchschnittlichen heimischen Anlagen bei 10-14 Cent, abhängig von der Sonnenscheindauer in Deutschland.

Somit sehen wir, dass mit der typischen Volleinspeisung, wie es jahrelang in Deutschland betrieben wurde, kaum noch Gewinne erwirtschaften lassen.

Aus dieser Sicht, also aus der rein „wirtschaftlichen“ in Form der Volleinspeisung lohnt die Anschaffung nicht mehr.

Moral?

Kommen wir aber zu einem anderen Thema, welches oft „ganz weit hinten“ angestellt wird: Der Moral.

Die Menschheit geht nicht sorgsam mit dem Planeten Erde um. Rumms. Die Luft wird verpestet, wo es nur geht. Müll wird abgeladen, wo es nur geht, jeder ist sich selbst der nächste.

Aus moralischer Sicht lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage immer. Denn Sie produziert Energie, die nicht mehr von Kohlekraftwerken oder Atomreaktoren produziert werden muss und es entsteht kein Atommüll, der viele hundert Millionen Jahre strahlend die Erde verseucht.

Es ist mit Wind- und Wasserkraft eine saubere Lösung, die langfristig das Leben verbessert.

Also: Aus moralischer Sicht: IMMER! Es lohnt sich.

Moral + Eigenberdarf

Solarpanelmontage
Solarpanelmontage

Hier kommen wir nun zu einem Thema, dass wirklich interessant wird. Denn neben der eigenen Moral, besser gesagt, dem Interesse daran, Mutter Erde nicht zu zerstören und auch seinen Kindern und Enkelkindern eine saubere Welt zu ermöglichen, gibt es ja immer noch den Eigenbedarf.

Haben wir oben die Studie vom Fraunhofer ISE hinzugezogen, produzieren Sie den Strom zu einem Preis von 10-14 Cent je Kilowatt. Beim Netzbetreiber zahlen Sie für die KW/h zwischen 26 und 30 Cent.

Hier liegt die Ersparnis pro Kilowatt also bei mindestens 10 Cent. Haben Sie also die Möglichkeit, eine verhältnismäßig große Anlage auf Ihr Dach zu packen, können Sie neben der kompletten Abdeckung ihres Eigenbedarfs (in Verbindung z.B. mit einem Stromspeicher) die überproduzierte Menge weiterhin einspeisen.

So ergibt sich ein Mix, der sich durchaus rechnen kann. Selbstverständlich stehen dem auch hohe Anschaffungskosten gegenüber. Hier sollten Sie eventuell noch ein paar Jahre warten, bis die benötigte Technik, neben smarten Geräten (die z.B. erkennen, wann Speicherenergie genutzt werden können und so z.B. Waschmaschine und co. Selbstständig ansteuern) auch die eigentliche PV- und Speicheranlage erschwinglich wird.

Bis dahin stellen Sie einfach alle Leuchtmittel auf LED um, schaffen sich nacheinander energieeffiziente Geräte an und richten Ihren Haushalt möglichst sparsam, jedoch ohne Einschnitte im täglichen Leben hinnehmen zu müssen, aus.

Fazit: Lohnenswert oder nicht?

Solarpanels auf Carport
Solarpanels auf Carport

Photovoltaik befindet sich derzeit in einer Übergangsphase. Durch die deutlich reduzierte Einspeisegebühr wurde der wirtschaftliche Gewinn deutlich geschmälert. Als Renditeobjekt taugt also Photovoltaik derzeit nicht.

Der Eigenbedarf wird jedoch immer mehr zum Verkaufsargument, vor allem in Verbindung mit einer sauberen Energiegewinnung, die nicht zur Last für Umwelt und Mensch wird.

Von den im Internet weit verbreiteten „Rechnern“ empfehlen wir, Abstand zu halten. Denn diese zeigen oft deutlich überspitzte Werte. Verlassen Sie sich bei der Planung einer PV-Anlage auf Fachleute, die Ihnen objektiv und fair darlegen, in wie weit sich eine Anlage rechnet – oder eben nicht.

Bis dahin ist vielleicht eine Mini-PV-Anlage eine gelungene Alternative. Hier bedenken Sie jedoch bitte, nicht nur mit einem Panel zu arbeiten, sondern mindestens 2-3 Panels zu verwenden und diese Fachgerecht installieren zu lassen. Diese kleinen Anlagen kosten einen Bruchteil einer großen PV-Anlage und deckt ihnen bestenfalls den Grundbedarf. Amortisieren wird sich diese Anlage jedoch frühstens in 15 Jahren. Der Vorteil: Sie produzieren ihren eigenen, sauberen Strom.

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